Vögel im Olympiapark München
(Mähnenente am Olympiasee - 27.10.2026 - mehr Info)
Der Olympiapark in München ist ein großer Stadtpark in München, der Austragungsort der Olympischen Spiele 1972 war. Er ist einer der größten Parks der Stadt und bis heute finden unzählige Veranstaltungen auf dem Gelände statt. Der Park zeichnet sich auf den ersten Blick natürlich nicht als Vogelbeobachtungsgebiet aus, aber man sollte ihn diesbezüglich trotzdem nicht unterschätzen.
(Höckerschwan mit Küken - mehr Info)
Ich fahre täglich auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit dem Fahrrad durch den Park und freue mich immer wieder über die gefiederten Bewohner. Im Sommer sind mehr Menschen als Vögel zu sehen, aber von September bis Mai kann man dem Park durchaus einen Besuch abstatten, um Vögel zu beobachten. Der Frühling ist natürlich mit Abstand die beste Zeit dafür, denn ab April tummeln sich im Park allerhand flauschige Küken :)

(Höckerschwanküken)
Ein Schwanenpärchen brütet hier regelmäßig mit Erfolg. 2024 konnten sie sogar 8 Jungvögel großziehen, wobei sie im Jahr darauf eine Pause einlegten. 2026 haben es 4 junge Schwäne geschafft erwachsen zu werden. Die Kinderschar ist jedenfalls immer wieder schön zu beobachten, vor allem weil die Vögel aus geringer Distanz zu sehen sind.
Neben den Schwänen gibt es auch mehrere Grauganspaare, die jedes Jahr für reichlich Nachwuchs sorgen. Meistens findet man die Familien direkt am Olympiasee. Spaziert man um den See, hat man gute Chancen die putzigen Graugansküken zu sehen.
Graugänse halten sich das ganze Jahr über im Olypiapark auf und auch Kanadagänse sind immer wieder im Park zu finden.
Die Kanadagans und die Graugans lassen sich gut anhand ihrer Gefiederfärung und ihrer Größe unterscheiden. Die Kanadagans hat einen
schwarzen Kopf und Hals mit einem markanten weißen Fleck an der Seite des Kopfes.
Das restliche Gefieder ist insgesamt graubraun mit einer hellen Brust.
Ausserdem ist sie etwas größer und langhalsiger als die Graugans und zählt zu den größten Gänsearten in Deutschland.
Die Graugans ist dagegen einheitlicher graubraun gefärbt ohne den schwarzen Kopf.
Weitere Wasservögel, die man am Olympiasee findet, sind natürlich Stockenten. Auch sie brüten hier und sind im Frühjahr mit dem Nachwuchs zu sehen. Die Stockente ist die häufigste und am weitesten verbreitete Entenart in Deutschland, Europa und auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel. Man beachtet sie vielleicht deswegen nicht immer, aber wenn man sich das farbenprächtige Gefieder der Männchen im Prachtkleid einmal anschaut, erkennt man, wie schön sie trotz ihrer Alltäglichkeit sind.
(Stockentenerpel - mehr Info)
Da Enten und Gänse bekanntlich dazu neigen, sich nicht nur mit der eigenen Art zu verpaaren, gibt es in der
Wasservogelwelt eine besonders schöne Abwechslung im Erscheinungsbild der Vögel.
Die Nachkommen der umtriebigen Eltern tragen einzigartige Gefiederfarben und Zeichnungen, die jedes Exemplar aus der Menge hervorheben.
(ungewöhnliche Ente - mehr Info)
Der zweite Grund für Farbabweichungen im Tierreich sind natürliche genetische Fehlfärbungen, wie der Albinismus oder der Leuzismus. Leuzismus ist bei vielen verschiedenen Vogelarten nachgewiesen worden. Die Vögel haben dann weiße Flecken im Federkleid, deren Intensität in verschiedenen Abstufungen vorkommt.
(ungewöhnliche Graugans - mehr Info)
Sowohl die ungewöhnlichen Enten als auch die Gänse sind das ganze Jahr über im Park zu Hause. Im kommen noch weitere Besucher dazu. So zum Beispiel Gänsesäger, die nicht im Park brüten. Viele Gänsesäger, die wir im Winter in Deutschland beobachten können, stammen aus Skandinavien oder dem Ostseeraum. Sie weichen lediglich dem Eis aus, um weiterhin eisfreie, fischreiche Gewässer zur Jagd zu finden.
(Gänsesäger Weibchen - mehr Info)
Allerdings habe ich im Schloßpark Nymphenburg in München schon ein Gänsesägerpaar mit Jungvögeln gesehen. Im Schloßpark wird also sogar gebrütet. Der Gänsesäger ist ein seltener Brutvogel in Bayern. Der gesamte bayerische Brutbestand wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und Naturschutzverbänden wie dem LBV auf lediglich ca. 420 bis 550 Brutpaare geschätzt.
(Gänsesägerküken im Schloßpark Nymphenburg 15.05.2026)
Die Gänsesäger im Olympiapark sind bisher allerdings nur ausserhalb der Brutzeit zu sehen. Genauso die unzähligen Lachmöwen, die sich im Herbst hier einfinden. Je näher der Winter rückt, um so mehr Vögel treffen ein und verbringen die kalte Jahreszeit am Olmypiasee. Einzelne Vögel kommen schon im Sommer im Park an und tragen dann noch ihr Sommerkleid, das sich vor allem durch einen dunkelbraunen Kopf auszeichnet.
(Lachmöwe im Sommerkleid - mehr Info)
Im Winterkleid ist das Gefieder am Kopf weiß mit schwarz-grauen Flecken. Die Braunfärbung am Kopf ist im Winter verschwunden. Manchmal werden die Vögel im Winter- bzw. Sommerkleid für unterschiedliche Arten gehalten, weil ihr Erscheinungsbild in den verschiedenen Jahreszeiten sehr unterschiedlich ist.
(Lachmöwe im Winterkleid)
Im nördlichen Mitteleuropa ist die Lachmöwe ein häufiger Brutvogel und verbringt auch den Winter in großer Zahl in Mittel- und Westeuropa. Die Lachmöwe gilt mit mehr als 57.000 Paaren als häufigster Brutvogel am Wattenmeer. Es handelt sich um eine recht kleine Möwenart, die mit 35 bis 39 cm deutlich kleiner ist als z.B. die Silbermöwe, die auch manchmal ihren Weg in den Olympiapark findet.
Neben den häufigen Besuchern im Park gibt es hier aber auch von Zeit zu Zeit absolute Seltenheiten zu sehen. Vor einigen Jahren war hier eine Streifengans zu Besuch und im Oktober 2026 wurde es sogar noch besser! Ich war zufällig auf einen kurzen Ausflug im Park, um ein Objektiv auszuprobieren, das ich mir beim Fotofachgeschäft kurz ausgeliehen hatte. Ich parkte mein Fahrrad an einer beliebigen Laterne und hatte vor, Möwen und Graugänse testweise abzulichten. Als ich so auf der Wiese hockte, spazierte mir plötzlich eine braun-graue Ente vor die Linse, die ich zuerst nicht eindeutig identifizieren konnte.
Das niedliche Tierchen beäugte mich genauso neugierig wie andersherum. Bei genauem Betrachten stellte ich fest, daß es sich um eine Mähnenente handelte!
Die Mähnenente, oder auch Mähnengans genannt, ist bei uns in Deutschland nicht beheimatet. Sie ist in Australien und Tasmanien zu Hause, wo sie leider stark bejagt wird. Trotzdem zählt sie nicht zu den gefährdeten Arten. Ihren Namen trägt die Mähnenente wegen ihren mähnenartigen Federn auf dem Kopf, die sie aufstellen kann.
Natürlich handelte es sich bei dieser aussergewöhnlichen Begegnung um einen Vogel, der wohl aus Gefangenschaft entkommen war oder ausgesetzt wurde. Es handelt sich bei dieser Art nicht um einen Zugvogel, der derart weit vom Kurs abgekommen sein konnte. Da die Mähnenente in Australien und Tasmanien beheimatet ist, gibt es dort keinen typischen, jahreszeitabhängigen Vogelzug in den Norden oder Süden wie bei europäischen Arten.
Wie auch immer, ich war jedenfalls ziemlich überrascht, die hübsche Mähnenente im Park zu sehen.
Es gibt noch einige weitere "übliche" Arten, die ich noch nicht vorgestellt habe. So zum Beispiel das Blässhuhn, das sich das ganze Jahr über hier aufhält und auch im Park brütet.
Ebenfalls ganzjährig anzutreffen sind Rabenkrähen und Stadttauben. Auf den ersten Blick wirken diese Vögel vielleicht auch eher uninteressant, aber gerade bei den Stadttauben gibt es wirklich hübsche Exemplare mit den unterschiedlichsten Farbvariationen.
Ganzjährig findet man auch allerlei Singvögel, wie z.B. Stieglitze, Kohlmeisen, Bachstelzen und Amseln im Park. Im Frühjahr treiben Stare ihr Unwesen, im Sommer singen Mönchsgrasmücken und Zilpzalpe ihre Lieder und mit etwas Glück kann man einen Grünspecht oder einen Turmfalken sichten.
Der Park hat auf jeden Fall mehr zu bieten, als man erwartet und ist nicht nur für Konzertbesucher oder Sportler ein schönes Ausflugsziel.
Folgende Vogelarten konnte ich bisher im Olympiapark München beobachten:
Graugans,
Streifengans,
Kanadagans,
Mähnenente,
Lachmöwe
Silbermöwe,
Stockente,
Reiherente,
Kolbenente,
Tafelente,
Höckerschwan,
Strassentaube,
Ringeltaube,
Blässhuhn,
Gänsesäger,
Bachstelze,
Schafstelze,
Stieglitz,
Kohlmeise,
Blaumeise,
Schwanzmeise,
Buchfink,
Dohle,
Elster,
Rabenkrähe,
Buntspecht,
Grünspecht,
Turmfalke
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