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Vogelfotografie

Vogelfotografie

(Fuchsweber - 1/1600s, f5.6, 388 mm, -0.3 EV, ISO 6400)

Vögel zu fotografieren ist der perfekte Ausgleich zum stressigen Alltag und kann viel Freude machen. Da ich in der letzen Zeit immer wieder Email-Anfragen von euch zum Thema Vogelfotografie bekommen habe, habe ich meine Erfahrungen mit den Federtieren hier in einem etwas längeren Beitrag zusammengefasst. Es handelt sich nicht um allgemeingültige Vorgaben, denn die gibt es in der Fotografie sowieso nicht. Vielmehr möchte ich euch erzählen, wie ich zur Vogelfotografie gekommen bin und welche Möglichkeiten es gibt, sich dem Thema zu nähern.

Vögel fotografieren lernen

(Bienenfresser - 1/2000s, 565 mm, f6.3, -0.3 EV, ISO 800)

Jeder Fotograf hat eine andere Vorstellung davon, wie sein Bild am Ende aussehen sollte. Der eine möchte gerne möglichst jeden Vogel formatfüllend im Bild sehen, der andere möchte den Vogel mit viel Habitat zeigen und setzt ihn klein ins Bild, der nächste macht gerne Portraits oder fotografiert ausschließlich Vogelsilhouetten. Hier gilt: richtig ist was DIR gefällt.

Vögel im Flug fotografieren

(Lachmöwe - 1/4000s, 420mm, f4.0, ISO 200)

Lasst euch nicht verunsichern, wenn ihr anderer Meinung im Bezug auf euer Foto seid als andere Fotografen. Nützliche Tipps und konstruktive Kritik sollte man beherzigen, wenn sie auf dem Weg zu (eurem) perfekten Ergebis helfen. Fotografieren soll Spaß machen und nicht zu einem zwanghaften Einhalten von irgendwelchen Bildgestaltungsvorschriften werden. Alles, was ich euch hier erzähle, ist nur als Vorschlag gedacht. Probiert es gerne aus, wenn es euch nicht gefällt, findet ihr sicher euren eigenen, für euch richtigen Weg.

Steinadler

(Steinadler - 1/1600s, 200 mm, f2.8, ISO 400)

Aller Anfang ist schwer

Meine Geschichte mit den Vögeln hat seinen Ursprung in einem Urlaub auf Kreta im Jahr 2019. Kurz davor hatte ich mir meine erste Kamera (eine stark gebrauchte Sony a6300 APSC mit 16-50 mm Kitobjektiv) angschafft. Was genau ich fotografieren wollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht. Ich kaufte mir ein Buch über die Grundlagen der Fotografie und das Handbuch zur Kamera von Frank Exner (Bildnerverlag), um meine Kamera bedienen zu lernen. Beide Bücher waren mir am Anfang eine sehr große Hilfe. Zunächst versuchte ich mich in der Landschaftsfotografie.

Landschaftsfotografie

(Josefsthaler Wasserfall)

Irgendwann kam ich auf die Idee, auch den Mond abzulichten und legte mir hierfür ein gebrauchtes Sigma 150-600mm Teleobjektiv zu. Anfangs habe ich sämtliche Ausrüstung gebraucht gekauft, denn für Neuware fehlte mir das Geld. An dieser Stelle ist festzuhalten, daß Fotografieren, je nachdem wie weit man es treiben möchte, ein sehr kostspieliger Zeitvertreib sein kann...
Aber zurück zum Mond. Ich packte also meine neuerworbene Kameraausrüstung ein, um auf Kreta schöne Landschafts- und Mondbilder zu machen, allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Die Bilder gefielen mir nicht, es machte einfach keinen Spaß :(
Etwas genervt von den Misserfolgen der letzten Tage, saß ich also auf der Terrasse unserer Ferienunterkunft und sinnierte über die Sinnhaftigkeit meines neuen Hobbys. Da registrierte ich in einer Palme im Garten einen kleinen Vogel, den ich vorher noch nie gesehen hatte.

Vögel fotografieren

(Schwarzkehlchen Männchen - 1/640s, 600mm, f6.3, ISO 400)

Ich schnappte mir also kurzerhand meine Sony samt Teleobjektiv und machte meine ersten Vogelbilder. Im Laufe des Tages enststanden so unzählige Fotos einer Schwarzkehlchenfamilie mit zwei Jungvögeln. Die kleinen Vögel kamen bis auf wenige Meter an mich heran und ignorierten mich geflissentlich. Einfach zu nielich :)) Jetzt wusste ich:
DAS WILL ICH MACHEN - VÖGEL FOTOGRAFIEREN.

Vögel fotografieren Vogelfotografie

(Junges Schwarzkehlchen - 1/800s, 600 mm, f6.3, ISO 125)

Die richtige Ausrüstung

Wenn ihr noch keine Kamera angeschafft habt und mit der Vogelfotografie anfangen möchtet, findet ihr auf dem Karmeramarkt schon für kleines Geld recht gute spiegellose Systemkameras. Die Bildqualität steigt zwar mit einem höheren Preis in den meisten Fällen an, allerdings sind die Unterschiede oft nicht weltbewegend. Außerdem hat jeder ein individuelles Budget, das für ein Hobby zur verfügung steht. Deswegen gibt es keine konkrete Kameraempfehlung meinerseits. Es gibt allerdings einige Kamerafunktionen, die euch das Leben als Vogelfotograf erleichtern können:

Schneller Autofokus Ein schneller Autofokus ist wichtig, um die Vögel auch in der Bewegung gut zu erfassen.
hohe Serienbildrate
guter Pufferspeicher
schnelle Speicherkarte
Möchte man Vögel im Flug fotografieren, ist es wichtig, eine Kamera mit hoher Serienbildrate zu haben. Meine erste Kamera hatte eine Serienbildrate von 11 Bildern in der Sekunde. Das ist schon ein guter Wert, wenn man eine gute Reaktionszeit hat und vor allem größere, langsam fliegende Vögel fotografieren möchte (z.B. Reiher). Für kleine Vögel im Flug würde ich eine Serienbildrate von etwa 30 Bilder in der Sekunde empfehlen. Wichtig ist an dieser Stelle: achtet darauf, dass eure Kamera einen ausreichenden Puffer besitzt. (Genauso wichtig ist eine schnelle Speicherkarte). Der Puffer ist ein temporärer Arbeitsspeicher in einer Digitalkamera. Er ist bei Serienbildaufnahmen ein Zwischenspeicher, um die hohe Datengeschwindigkeit vom Sensor zu bewältigen, während die Speicherkarte die Daten langsamer aufnimmt. Lasst euch hierzu am besten in einem Fotofachgeschäft ausführlich beraten, denn nichts ist frustierender als eine Kamera, die z.B. 30 Bilder in der Sekunde aufnehmen kann, aber die Aufnahme nach 2 Sekunden abgebrochen wird, weil der Puffer voll ist.
Pre-Capture-Funktion Die Pre-Capture-Funktion ist ein Kameramodus, der bei Serienbildaufnahmen Momente festhält, die kurz vor dem vollständigen Durchdrücken des Auslösers geschehen sind. Die Pre-Capture-Funktion ist besonders beim Abflug eines Vogels wahnsinnig hilfreich.
Vogelaugenfokus Der Vogelaugen-Autofokus ist eine KI-gestützte Technologie in spiegellosen Kameras, die das Auge eines Vogels automatisch erkennt, verfolgt und scharfstellt.
Hohe Auflösung & APS-C Ich verwende gerne APSC- oder Vollformatkameras (+ APS-C-Funktion) mit einer hohen Auflösung. Durch eine hohe Auflösung kann man das Foto noch zuschneiden, um den Vogel größer im Bild zu platzieren. Entscheidet man sich für eine APS-C-Kamera oder eine Vollformat-Kamera mit APS-C-Funkion, hat man schon von vornherein eine Vergrösserung. Es gibt noch weitere Sensorformate, die ich aber selbst noch nicht getestet habe.
Kurze Belichtungszeit Möchte man Vögel im Flug fotografieren, ist es wichtig, eine kurze Belichtungszeit in der Kamera einstellen zu können. Nicht alle Kameras bieten ausreichend kurze Belichtungszeiten.
Bei großen Vögeln, die raltiv langsam fliegen, ist eine Belichtungszeit von ca. 1/1600s bis 1/2000s meistens ausreichend. Bei kleinen, schnell fliegenden Vögeln braucht man allerdings mindestens 1/3200s oder mehr, je nachdem wie schnell das Tierchen unterwegs ist. Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Belichtungszeit richtig ist - es ist nur Übungssache.
Rauschverhalten/ISO Oft hat man nicht die optimalen Lichtverhältnisse. Deswegen ist es wichtig, eine Kamera auszusuchen, die hohe ISO Werte zulässt und ein gutes Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten hat.
Vogelfotografie

(Eisvogel - 1/8000s, 300 mm, f2.8, ISO 2000)

Superzoom Bridgekameras

Neben spiegellosen Systemkameras gibt es natürlich noch weitere Kamerakonzepte für die Vogelfotografie. Eine Alternative sind z.B. Bridgekameras. Sie besitzen ein fest verbautes Zoom- oder Superzoomobjektiv. Der große Vorteil ist der Preis, denn es gibt vergleichsweise viel Brennweite für wenig Geld. Der Nachteil ist, daß die Bildqualität bei höheren Brennweiten stark nachlässt. Wenn die Artendokumentation im Vordergrund steht, ist eine Superzoom Bridgekamera evtl. eine gute Wahl. Steht die Bildqualität im Vordergrund, kann ich keine Empfehlung geben. Ich hatte selbst eine Nikon Coolpix P900 mit einer Brennweite von bis zu 2000 mm und war nicht besonders zufrieden mit den Bildern. So kam es, daß ich die Kamera nach kurzer Zeit weiterverkauft habe. Mit dem Käufer stand ich noch einige Zeit in Kontakt und er war von der Bildqualität begeistert. Ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich das Empfinden bei der Bewertung von Fotos ist.

Vogelfotografie Workshop

(Basstölpel - 1/2000s, 70 mm, f7.1, -0.3 EV, ISO 500)

Welches Objektiv

Entscheidet man sich für eine spiegellose Systemkamera, braucht man natürlich noch ein passendes Objektiv. Für die Wildlife-Vogelfotografie ist eine Brennweite von 500 - 800 mm empfehlenswert. Die Vögel sind oft scheu und kommen nicht nah an den Menschen heran, außerdem sind viele von ihnen sehr klein. Es gibt natürlich neben der Wildlifefotografie noch verschiedene weitere Möglichkeiten der Vogelfotografie (Ansitz, Zoo, Falknerei usw.), für die verschiedene Brennweiten sinnvoll sind. Hier eine kleine Übersicht darüber, welche Brennweiten ich in den unterschiedlichen Situationen verwende:

kleine Vögel in freier Wildbahn
z.B. Eisvogel, Meisen, Rotkehlchen
600 - 800 mm
Ansitzfotografie kleine Vögel
Z.B. Eisvogel, Meisen, Rotkehlchen
300 - 600 mm
Ansitzfotografie grosse Vögel
z.B. Bussard, Adler, Reiher
300 - 400 mm
kleine Vögel an einem Futterhaus
z.B. Meisen, Rotkehlchen, Finken
500 - 800 mm
Artendokumentation 600 - 1200 mm
grosse Vögel im Stadtpark
z.B. Schwäne, Reiher, Gänse
200 - 400 mm
Zoo, Wildpark, Falknerei 70 - 300 mm
Vogelfotografie lernen

(Kappensäger - 1/1600, 200 mm, f3.5, -0.3 EV, ISO 200)

Bei der Wahl des richtigen Objektivs spielt allerdings nicht nur die Brennweite eine Rolle. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lichtstärke. Die Lichtstärke eines Objektivs beschreibt die maximale Blendenöffnung und gibt an, wie viel Licht auf den Kamerasensor gelangt. Sie wird durch die kleinste Blendenzahl ausgedrückt. Z.B. F1.4, F2.8 oder F5.6. Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht fällt ein. Ein lichtstarkes Objektiv ermöglicht kürzere Belichtungszeiten. Der "Nachteil" einer Offenblende von z.B. F2.8 ist die geringere Schärfentiefe im Bild. Am Beispiel eines Vogels heißt das, daß nur ein kleiner Bereich scharf ist. Z.B. das Auge und der Kopf. Der restliche Körper oder die Flügel erscheinen unscharf. Schließt man die Blende auf einen Wert von z.B. F7.1 wird ein größerer Bereich scharf dargestellt. Ein weiterer Nachteil eines lichtstarken Objektivs ist der hohe Preis.

Vogelfotografie Vögel fotografieren

(Eiderentenfamilie - 1/3000s, 379 mm, f6.3, ISO 1000)

Einige interessante Objektive aller Preisklassen für die Vogelfotografie sind z.B.:

SONY
Sony SEL 200 - 600 F5.6 - 6.3 ca. 1500 Euro
Sony SEL 400 - 800 F6.3 - 8.0 ca. 3000 Euro
Sony FE 100 - 400 F4.5-5.6 GM ca. 2200 Euro
Sony SEL 70 - 200 f2.8 GM II ca. 3000 Euro
Sony FE 300mm F2.8 GM ca. 6000 Euro
Sony FE 400 mm F2.8 GM ca. 12.000 Euro
Sony FE 600mm F4 GM ca. 14.000 Euro
CANON
Canon RF 100 - 400 F5.6 - 8.0 ca. 3200 Euro
Canon RF 600 F11 ca. 800 Euro
Canon RF 800 F11 ca. 900 Euro
Canon RF 200 - 800 F6.3 - 9.0 ca. 2500 Euro
Canon RF 100 - 500 F4.5 - 7.1 ca. 3200 Euro
Canon RF 70 - 200 F2.8 ca. 3200 Euro
Canon RF 100 - 300 F2.8 ca. 12.000 Euro
Canon RF 400 F2.8 ca. 14.000 Euro
Canon RF 600 F4 ca. 14.800 Euro
Canon RF 800 F5.6 ca. 17.500 Euro
Canon RF 1200 F8 ca. 23.500 Euro
NIKON
Nikon Nikkor Z 70 - 200 F2.8 ca. 2400 Euro
Nikon AF-S Nikkor 200 - 500 F5.6 ca. 1350 Euro
Nikon Z 400 F4.5 ca. 3200 Euro
Nikon Nikkor Z 180 - 600 F5.6 - 6.3 ca. 1840 Euro
Nikon Nikkor Z 400 F2.8 ca. 14.800 Euro
OM SYSTEM
OM System 150 - 600 F5.0 - 6.3 ca. 2400 Euro
OM System 150 - 400 F4.5 TC1.25x ca. 7450 Euro
PANASONIC
Panasonic Lumix S 100 - 500 F5.0 - 7.1 ca. 2100 Euro
Panasonic Leica DG 100 - 400 F4.0 - 6.3 ca. 1500 Euro
Panasonic Lumix S Pro 70 - 200 F2.8 ca. 2000 Euro
Sperber Fotoansitz

(Sperber - 1/3200s, 452 mm, f6.3, ISO 1250)

Fremdhersteller-Objektive

Bei Fremdhersteller-Objektiven kann es seitens der Kamerahersteller zu Einschränkungen in der Funkion kommen. Z.B. kann die Autofokusgeschwindigkeit verringert sein, Telekonverter sind evtl. nicht kompatibel oder die Serienbildrate kann begrenzt werden. Informiert euch vor dem Kauf unbedingt beim Fachhändler darüber!
Trotzdem bieten die Fremdhersteller interessante Alternativen für kleineres Geld.

SIGMA
Sigma 150 - 600 F5.0 - 6.3 ca. 1400 Euro
Sigma 300 - 600 F4 (Sony E-Mount + L-Mount) ca. 7000 Euro
TAMRON
Tamron 150 - 500 F5.0 - 6.7 ca. 1200 Euro
Tamron 50 - 400 F4.5 - 6.3 ca. 1250 Euro

(Diese Liste beinhaltet nicht alle erhältlichen Objektive und die Preisangaben sind nur zur Orientierung gedacht. Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Stand - Febr. 2026)

Vogelfotografie

(Choliba Kreischeule - 1/500s, 95 mm, f4.5, ISO 200)

Telekonverter

Telekonverter sind Zusatzgeräte für Objektive, die die Brennweite vergrößern. Mit einem 1.4x Telekonverter verlängert sich die Brennweite um das 1,4-fache. Hat man beispielsweise ein Objektiv mit 600 mm Brennweite, ergeben sich mit dem 1,4x Konverter also 840 mm. Mit einem 2.0-fach Telekonverter ergeben sich 1200 mm.
In der Theorie klingt das natürlich für alle Vogelfotografen sehr verlockend, denn Brennweite kann man nie genug haben. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, daß die Bildqualität mit Telekonverter bei lichtschwachen Objektiven sehr leidet. Getestet habe ich sowohl einen 1.4x als auch einen 2.0x Konverter auf meinem Sony SEL 200 - 600 mm F5.6 - 6.3, als auch auf dem Sony SEL 400 - 800 F6.3 - 8.0. In beiden Fällen war ich nicht überzeugt von der Bildqualität.
Anders verhält es sich mit lichtstarken Objektiven, wie z.B. dem Sony 300 mm F2.8. In Kombination mit dem 1.4x Konverter sind die Bildergebnisse wirklich sehr gut, mit dem 2.0x Konverter immer noch gut.

Vogelfotografie Tipps

(Trauersteinschmätzer - 1/5000s, 300 mm, f2.8, ISO 500)

Der Vogel als Fotomodell

Es ist nicht immer leicht, Vögel dazu zu überreden, für ein Foto Modell zu stehen. Du wirst die Erfahrung machen, dass die Vogelfotografie ein Hobby ist, das viel Zeit und Geduld braucht. Es gibt einige Vogelarten, die dem Menschen gegenüber überhaupt nich scheu sind. Viele Vögel sind aber flüchtige Tierchen, denen man ihren Raum geben- und deren Verhalten man respektieren muss. Stört die Tiere vor allem nicht beim Brutgeschäft, verhaltet euch immer leise und haltet Abstand. Störungen der Vögel durch uns Vogelfotografen können erhebiche negative Auswirkungen auf sie haben.

Turako

(Rothaubenturako - 1/1250, 200 mm, f3.5, ISO 1600)

Wasservögel im Stadtpark

Viele Vogelarten, die in unseren Stadtparks oder Dorfweihern zu Hause sind, haben vor dem Menschen keine Scheu und eignen sich hervorragend als Fotomotive. Hat man gerade mit der Vogelfotografie angefangen, sind diese Vögel perfekt, um Kameraeinstellungen und Vorgehensweise auszuprobieren. Möchte man sich an die Aufnahme von fliegenden Vögeln heranwagen, ist eine fliegende Gans, eine fliegende Ente oder eine fliegende Möwe optimal! Diese Vögel kommen oft in größeren Gruppen vor, so daß man viele Versuche hat, das perfekte Foto zu schießen. Oft braucht man für diese Vögel auch kein Objektiv mit großer Brennweite, da sie an uns gewöhnt sind. Ich fotografiere sie am liebsten mit 200 - 400 mm.

fliegende Vögel fotografieren

(Stockenentenerpel - 1/4000s, 300 mm, f3.2, ISO 320)

Vögel am Futterhaus

Gerade im Winter gibt es viele Möglichkeiten, Vögel an einer Futterstelle zu fotografieren. Wenn man sich langsam nähert und genügend Abstand hält, hat man die besten Chancen auf viel Aktivität am Futterhaus. Häufige Vogelarten an Futterstellen sind z.B. Kohlmeisen, Blaumeisen, Rotkehlchen, Grünfinken, Kleiber, Buchfinken, Gimpel, Amseln, Buntspechte und viele mehr.

Vögel im Park fotografieren

(Haubenmeise - 1/1250, 344 mm, f6.3, ISO 1600)

Wildlife

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Vögel bei einem Spaziergang oder bei einer Wanderung zu fotografieren. Mit etwas Glück trifft man auf wenig scheue Vogelarten, die einem vor die Kamera flattern.
TIPP: Vögel nehmen Autos oft nicht als Bedrohung wahr, so dass es manchmal sehr lohnenswert ist, aus dem Auto heraus zu fotografieren. Je leiser das Auto ist, desto besser sind die Chancen.

Wildlifefotografie

(Graureiher mit Snack - 1/800, 800 mm, f9.0, ISO 500)

Tarnung ist alles

Hat man einen Ort entdeckt, an dem sich interessante Vögel regelmäßig aufhalten, kann man mit guter Tarnung relativ nah an sie herankommen, ohne sie zu stören. Zur Tarnung eignen sich z.B. Tarnnetze oder Tarnkleidung. Wichtig ist, daß der Vogel die menschliche Gestalt nicht mehr erkennt. Achtet immer darauf, euch leise zu verhalten und euch langsam zu bewegen.

Ansitzfotografie Vögel

(Nachtreiher - 1/800, 512 mm, f6.3, ISO 1000)

Fotoansitz mieten

Für manche unvorstellbar, für andere das Maß aller Dinge: die Ansitzfotografie. Für mich persönlich ist es die beste Methode, Vögel vor die Kamera zu bekommen. Es gibt sowohl in Deutschland, als auch im Ausland ein riesiges Angebot für die Ansitzfotografie. Die Anbieter betreiben Ansitzhütten aus Holz oder einfache Tarnzelte, die man mieten kann.

Vogelfotografie Vögel fotografieren

(Steinkauz - 1/200s, 478 mm, f6.3, ISO 500)

Workshops und geführte Vogeltouren

Es gibt die Möglichkeit, spezielle Fotoworkshops oder geführte Vogeltouren zu buchen. Ihr findet im Internet viele Anbieter, die euch bei einem Fotoworkshop mit Rat und Tat beim Fotografieren zur Seite stehen. Bei geführten Vogeltouren handelt es sich oft um Vogelbeobachtungstouren, die sich nicht unbedingt speziell an Fotografen richten. Informiert euch vorab, ob die Tour auch für Fotografen geeignet ist oder ob die Distanzen zu den Vögeln voraussichtlich zu groß sein werden.

fotoworkshop vogelfotografie

(Rotmilan - 1/2500s, 600 mm, f6.3, ISO 6400)

Reisen

Die Welt ist voller Federtiere, also warum nicht auch mal eine Vogelfotoreise unternehmen? Es gibt mehrere Veranstalter für geführte Vogelfotografie-Reisen, was gerade am Anfang eine gute Option sein kann. Einige Reiseberichte und Ansitzmöglichkeiten, sowohl in Deutschland als auch im Ausland, findet ihr in der Übersicht.

Vogelfotografie

(Bienenfresser - 1/2500s, 493 mm, f6.3, ISO 800, -0.3 EV)

Zoo, Wildpark, Falknerei

Möchte man Vögel fotografieren, die man sonst vielleicht nie zu Gesicht bekommen würde, weil sie ihre Heimat in weit entfernten Länder haben, empfiehlt sich ein Besuch im Zoo. Auch ein Wildpark oder eine Falknerei können interessante Ausflugsziele sein, um Vögel relativ leicht zu fotografiren. (Die meisten Falknereien erlauben das Fotografieren, informiert euch aber vorsichtshalber im Vorfeld darüber!)
Meistens reichen Brennweiten von 70 - 300 mm aus.

Vogelfotografie lernen

(Von-der-Decken-Toko - 1/320s, 300 mm, f2.8, ISO 8000)

Stativ

Ob der Einsatz eines Stativs nötig bzw. sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen Situation und den persönlichen Präferenzen ab. Ein Stativ ist für mich sehr hilfreich, wenn ich an einem Ort für längere Zeit fotografieren möchte. Z.B. in einem Fotoansitz. Hier kann es sogar zwingend notwendig sein, ein Stativ zu verwenden. Bei einem Fotospaziergang, bei dem ich viel in Bewegung bin, benutze ich kein Stativ. Allerdings habe ich inzwischen auch nur noch relativ leichte Objektive, die ich gut für längere Zeit freihand halten kann. Hat man ein sehr schweres Objektiv dabei, das wegen dem hohen Gewicht nicht gut freihand gehalten werden kann, empfliehlt sich natürlich die Verwendung eines Stativs. Auch hier gilt, wie immer: jeder wie es ihm gefällt!

Papageitaucher

(Papageitaucher - 1/3200s, 600 mm, F6.3, ISO 1000, -0.3 EV)

Programmwahl und IOS-Wert

Wichtig ist, daß du dich mit den Grundlagen der Fotografie auseinandersetzt und dich mit den Einstellungen deiner Kamera vertraut machst.
Ich fotografiere im "Manuellen Modus", wobei man diesen Modus so anpassen kann, dass nicht alle Werte wirklich manuell festgelegt werden müssen. Das Wort "manuell" ist also nicht 100%ig zutreffend. Ich lege die Belichtungszeit und die Blendenöffnung selbst fest, während die Kamera den richtigen ISO-Wert berechnet und einstellt. Der ISO muss in diesem Fall auf "AUTO" gestellt werden.
Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Ein niedriger Wert, z.B. ISO 100, liefert die beste Bildqualität. Hohe ISO-Werte, z.B. 3200+ erzeugen Bildrauschen.
Allerdings lässt es sich bei der Vogelfotografie nicht immer vermeiden, hoche ISO-Werte in Kauf zu nehmen. Vögel bewegen sich oft schnell, wodurch man gezwungen ist, die Belichtungszeit sehr kurz zu wählen, was wiederum bei schlechten Lichtverhältnissen einen hohen IOS-Wert zur Folge hat.

Vöge im FLug fotografieren

(Rohrweihe - 1/5000s, 300 mm, f3.5, ISO 1250)

Blendenöffnung

Mit der Blendenöffnung wird geregelt, wie viel Licht auf den Kamerasensor fällt. Die Blendenöffnung hat naben der Lichtmenge auch Einfluss auf die Schärfentiefe und auf die Wirkung des Hintergrunds. Möchte man den Vogel auf dem Bild vom Hintergrund absetzen, sollte der Hintergrund möglichst unscharf sein. Diesen Effekt erziehlt man mit einer weit geöffneten Blende. Eine kleine Blendenzahl wie z.B. F3.5 ergibt einen unscharfen Hintergrund. Eine grössere Blendenzahl, wie z.B. F10 ergibt einen schärferen Hintergrund. Ich fotografiere meistens mit Offenblende, also mit der kleinsten (oder einer relativ kleinen) Blendenzahl. Daher brauche ich mir nur noch Gedanken über die Einstellung der Belichtungszeit zu machen. (ISO = Auto, Blende = offen)

Adler im Flug

(Spanischer Kaiseradler - 1/2500s, 255 mm, f6.3, ISO 1600 )

Belichtungszeit

Fotografiert man freihand, kann man im Bezug auf die maximal erforderliche Belichtungszeit folgende Faustregel als Orientierung nehmen:
1/100 Sekunde für 100 mm Brennweite. Je länger die Brennweite, desto kürzer sollte die Belichtungszeit sein, um das Bild nicht zu verwackeln. Grundsätzlich gild: je schneller sich der Vogel bewegt, desto kürzer muss die Belichtungszeit sein.
Bei der Einstellung der richtigen Belichtungszeit sind noch weitere Kriterien zu beachten:

der Vogel sitzt ruhig die Belichtungszeit kann relativ lang sein
z.B. bei 400 mm freihand - 1/400 s
der Vogel schwimmt oder läuft eine etwas kürzere Belichtungszeit ist nötig, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.
z.B. 1/1200s - 1600s
der Vogel zappelt, hüpft, flattert eine relativ kurze Belichtungszeit ist nötig, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.
z.B.: 1/1600s - 2500s
ein Vogel fliegt langsam (z.B. Reiher) eine relativ kurze Belichtungszeit ist nötig, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.
z.B.: 1/1600s - 2500s
ein Vogel fliegt schnell (z.B. Falke, Eisvogel) eine sehr kurze Belichtungszeit ist nötig, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.
z.B.: 1/4000s - 8000s
Das Umgebungslicht ist gut Sind die Lichtverhältnisse gut, kann man ohne Probleme eine kürzere Belichtungszeit wählen, ohne hohe IOS-Werte zu riskieren.
Das Umgebungslicht ist mittelmäßig Sind die Lichtverhältnisse mittelmäßig, muss man abwägen, ob man Vögel in schneller Bewegung fotografieren möchte. Bei den nötigen, kurzen Belichtungszeiten werden die Bilder ein höheres Bildrauchen durch höhre ISO-Werte aufweisen. Bewegen sich die Vögel nicht schnell, können mittlere Belichtungszeiten gewählt werden, was auch bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen meistens unproblematisch ist.
Das Umgebungslicht ist schlecht Bei schlechtem Licht verzichte ich auf Flugaufnahmen. Durch die nötigen kurzen Belichtungszeiten werden die ISO-Werte zu hoch. Gute Fotos mit längeren Belichtungszeiten (bei relativ ruhig sitzenden Vögeln) sind auch bei schlechten Lichtverhältnissen möglich.
Löffler

(Löffler - 1/2000s, 600 mm, f6.3, ISO 1250)

Autofokus

Grundsätzlich hat eine Kamera drei Möglichkeiten, zu fokussiren. Es gibt den Einzelbild-Autofokus, den kontinuierlichen Autofokus und den manuellen Fokus. Beim Fotografieren von Vögeln benutze ich imm den kontinuierlichen Autofokus (AF-C - Sony). Beim kontinuierlichen AF wird der Fokus immer wieder nachjustiert, solange der Auslöser halb gedrückt wird. Es gibt innerhalb der Autofokus-Modi noch weitere Einstellungsmöglichkeiten, die z.B. festlegen, welcher Bereich im Bild fokussiert werden soll, ob mit Fokus-Tracking oder mit Vogelaugenfokus gearbeitet werden soll usw. Die Möglichkeiten sind von Kamera zu Kamera unterschiedlich. Hier hilft ein gutes Handbuch, um euch mit eurer Kamera vertraut zu machen.

fliegenden Vogel fotografieren

(Eisvogel - 1/8000s, 300mm, f2.8, ISO 2000)

Dateiformate - Geschmacksache

Bei der Frage nach dem "richtigen" Dateiformat scheiden sich die Geister. Die meisten Fotografen, die ich kennengelernt habe, fotografieren grundsätzlich im RAW-Format. Im RAW-Format werden alle Daten verlustfrei gespeichert. Bei der Bildbearbeitung am Computer, kann man die RAW-Daten noch in Kontrast, Helligkeit und Farbwerten weiterverarbeiten, ohne an Qualität zu verlieren. Das ist natürlich ein großer Vorteil. Es gibt aber auch einige Nachteile, die für mich das Fotografieren in RAW ausschließen. Ich gehe hier nicht auf alle Nachteile im Detail ein, aber der entscheidende Punkt für mich ist, daß RAW-Dateien viel mehr Speicherplatz, sowohl auf der Kamera (der Pufferspeicher ist schneller voll), als auch auf der Festplatte des PC/Laptop in Anspruch nehmen. So bin ich unter den (Hobby)Fotorafen also ein eher untypisches Exemplar, denn ich finde die Bearbeitungsmögichkeiten von JPEG-Bildern absolut ausreichend und bin mit den Ergebnissen zufrieden.

Habicht fotografieren

(Habicht - 1/5000s, 300mm, f3.5, ISO 800)

Die richtige Perspektive

Wenn der Vogel in einem hohen Baum sitzt, brauchst du dir über die richtige Perspektive keine Gedanken machen. Es bleibt nichts anderes übrig, als den Vogel von unten zu fotografieren. Anders verhält es sich, wenn der Vogel auf einer Wiese sitzt, im See schwimmt oder auf einem Ast im Gebüsch herumwuselt. In solchen Fällen sollte man darauf achten, daß man den Vogel in Augenhöhe fotografiert. Geh einfach in die Knie und fotografiere die Ente im Teich auf Augenhöhe und vergleiche das Bild mit einer Aufnahme, die du im Stehen gemacht hast. Du wirst den Unterschied sicher bemerken.

Enten fotografieren

(Brandgans - 1/1600s, 400 mm, f5.6, ISO 500, -0.3 EV)

Goldener Schnitt

Die Goldene-Schnitt-Regel bei der Bildkomposition kann ich nicht übergehen, denn es handelt sich um die bekannteste Regel überhaupt. Beim Goldenen-Schnitt wird das Foto entlang der kurzen und der langen Kante in drei Teile unterteilt. Man soll nach dieser Regel das Hauptmotiv an einem der Schnittpunkte positionieren. Dadurch entsteht ein gewisser "Raum" im Bild. Die Blickrichtung des Motivs, also in unserem Fall des Vogels, sollte immer in Richtung des freien Raums zeigen. Eine weitere Regel besagt, daß das Hauptmotiv möglichst nicht mittig im Bild platziert werden sollte.

Vogelfotografie Workshop

(Waldkauz - 1/1250, 173 mm, f3.2, ISO 400)

Ich für meinen Teil platziere meine Vögel gerne in der Mitte und auch der Goldene Schnitt kommt bei mir nicht oft zum Einsatz. In wie weit ihr diese Regeln beherzigen möchtet, bleibt allein euch überlassen. Wenn euch der Vogel besser gefällt, wenn er direkt in der Mitte des Fotos sitzt, dann solltet ihr euch nicht zu viele Gedanken über "richtig" oder "falsch" machen. Richtig ist was euch gefällt.

Mandarinente

(Mandarinente - 1/2000s, 300 mm, f2.8, ISO 5000, +0.7 EV)

Vögel im Flug fotografieren

Hat man sich schon einige Zeit mit der Vogelfotografie beschäftigt, wagt man sich früher oder später an Flugaufnahmen. Für den Anfang eignen sich Gänse, Schwäne, Tauben oder Möwen im Statdpark am besten.

Vögel im Flug fotografieren

(Stadttaube - 1/4000s, 420 mm, f4, ISO 320)

Such dir also für deine ersten Flugaufnahmen einfache Motive aus und wähle einen Tag mit gutem Wetter. So hast du gutes Licht und kannst problemlos die nötigen, kurzen Belichtungszeiten einstellen, ohne zu hohe ISO-Werte zu riskieren.

Vogelfotografie Tipps

(Lachmöwe - 1/3200s, 496mm, f6.3, ISO 500, - 0.3 EV)

Achte darauf, daß du beim Fotografieren die Sonne im Rücken hast! Bei Gegenlicht werden die Flugaufnahmen meistens nicht besonders gut. Stell eine kurze Belichtungszeit ein, öffne die Blende maximal, wähle eine hohe Serienbildrate, stell den Autofokus auf "kontinuierlich" und das Fokusfeld auf "breit". Und dann gehts los :)

Eisvogel

(Eisvogel - 1/5000s, 300 mm, f2.8, ISO 6400, + 0.3 EV)

Falls noch Fragen offen geblieben sind, schreibt mir gerne.

Sandra