Bienenfresser
Der Bienenfresser ist ein selten schöner Vogel, den man leider bei uns in Deutschland auch nur eher selten zu Gesicht bekommt.
Seine schillernden bunten Farben sind in der heimischen Vogelwelt ungewöhnlich. Es gibt einige wenige Brutpaare in Deutschland, die man meistens in warmen Regionen in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt findet. Den Winter verbringen die Vögel im Süden Afrikas.
Bienenfresser haben eine Körperlänge von 25 bis 29 cm und eine Flügelspannweite von 36 bis 40 cm. Das Gefieder der ausgewachsenen Vögel ist am Bauch und im Brustbereich türkis, Scheitel-, Nacken- und Rückenpartien sind rostbraun, die Flügel ebenfalls. Über dem gelblichen Kinn befindet sich ein schwarzer Augenstreif. Weitere Merkmale sind der lange, leicht gebogene Schnabel und die verlängerten mittleren Schwanzfedern.
Als Nahrung dienen nicht ausschließlich Bienen, sondern auch andere fliegende Insekten wie zum Beispiel Libellen, Zikaden, Hummeln, Käfer oder Schmetterlinge, die von einem Ansitz aus erspäht werden.
Wurde ein geeignetes Beuteinsekt gesichtet, wird dieses im Flug gefangen und zurück zu einem Ansitz gebracht.
Dort wird es mit kräftigen Hieben getötet und durchgeknetet, wobei sich die Giftdrüse des Stachels entleert. Erst dann wird das Beutetier verschluckt oder an die Jungen weitergegeben.
Bienenfresser mögen es warm und brüten in offenen, sonnigen Gebieten.
Die Nester werden in Brutröhren angelegt, die sich zum Beispiel an Steilufern, in Abbruchkanten an Gewässern oder in Sandgruben befinden können.
Es handelt sich um gesellige Vögel, die oft in Kolonien anzutreffen sind und auch in Kolonien brüten. Die Brutröhren sind meistens 1 bis 1,5 Meter lang und haben einen Durchmesser von etwa 4 oder 5 cm. Das Einflugloch hat etwa den doppelten Durchmesser. Am Ende der Röhre befindet sich eine blasenförmig erweiterte Brutkammer.
Die Brutröhren werden von den Elternvögeln angelegt. Sie graben ca. 2 bis 3 Wochen lang, bis die Röhren fertiggestellt sind.
Gebrütet wird ab Mitte Mai und die Aufzucht der Jungvögel dauert normalerweise bis Ende Juli. Es gibt nur eine Brut im Jahr. Beide Elternvögel beteiligen sich am Brüten, wobei das Männchen nur in geringerem Maße beteiligt ist.
Ein Bienenfresser-Gelege besteht aus 5 bis 7 Eiern, die 20 bis 22 Tage lang bebrütet werden. Die Anzahl der Eier ist stark vom Nahrungsangebot abhängig.
Die Jungvögel werden von beiden Elternvögeln gefüttert und bleiben etwa 20 bis 30 Tage im Nest.
Am Boden der Brutkammer entsteht im Laufe des Brutgeschäftes durch Speiballen aus Insektenresten sowie Kot und sonstigen Abfällen eine zentimeterhohe Schicht.
Wenn die Jungvögel das Nest verlassen haben, werden sie noch einige Zeit von den Eltern betreut.
-Steckbrief Bienenfresser:
| Name: |
Bienenfresser |
| Wissenschaft. Name: |
Merops apiaster |
| Ordnung: |
Rackenvögel (Coraciiformes) |
| Familie: |
Bienenfresser (Meropidae) |
| Gattung: |
Merops
|
| Art: |
Bienenfresser |
| Größe: |
25 - 29 cm |
| Gewicht: |
50 bis 60 g |
| Lebensraum: |
offene Landschaften mit einzelnen Bäumen und Gebüschen, Steilhänge, Abbruchkanten an Gewässern, Kiesgruben
|
| Lebenserwartung: |
10 Jahre |
| Nahrung: |
Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen, Libellen, Zikaden, fliegende Käfer |
| Zugverhalten: |
Zugvogel |
| Brutverhalten: |
1 Brut pro Jahr mit 5 bis 7 Eiern |
Weitere Bilder der Fotoreise mit Ansitz auf Bienenfresser, Wiedehopf und Co. findet ihr hier: Serbien 2023
Fotoversteck Bienenfresser
Bienenfresser