Grünfink
(Grünfink Männchen mit Jungvogel)
Der Grünfink ist mit 14 bis 16 cm Körpergröße etwa so groß wie der Haussperling.
Männchen im Prachtkleid haben leuchtend gelbgrünes Gefieder an der Brust und am Bauch, einen grünen Rücken und gelbe Ränder an den Flügeln und den seitlichen Schwanzfedern.
Das Weibchen ist insgesamt deutlich matter und weniger gelb gefärbt als das Männchen. Die gesamte Körperbefiederung ist schwach längs gestrichelt. Ihre Oberseite und der Kopf sind grau-bräunlich, die Unterseite des Rumpfes ist schwach grünlich-grau gefärbt. Die Kehle ist hell.
Das Gefieder der Jungvögel ist heller, die Körperunterseite ist weißlich mit hellgrauen Längsstreifen, die Körperoberseite ist graubraun und schwach längs gestreift. Die gelbe Färbung an den Flügelchen ist undeutlich erkennbar.
(Junger Grünfink)
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasst Europa, Nordafrika und Westasien. Der Grünfink gilt auf den Azoren, auf den Kanarischen Inseln und Madeira, in Uruguay, Argentinien, Australien und Neuseeland als eingebürgert.
Bei uns in Deutschland kann man ihn das ganze Jahr über beobachten. Bei uns gilt der Grünfink zwar als Standvogel, aber einige Vögel ziehen in den kalten Monaten trotzdem in den Süden. Während dieser Zeit sind bei uns Grünfinken aus dem nördlichen Europa zu Gast, weshalb der Wechsel kaum merkbar ist.
Man findet den Grünfink in Parks und Gärten, auf Friedhöfen, in Alleen, in Dörfern und Stadten sowie an Waldrändern. Grünfinken gehören bei uns zu den häufigsten Brutvögeln. Während der Brutzeit zeigt der Grünfink ein interessantes Balzverhalten.
Das Männchen ist sehr um seine Partnerin bemüht und bringt seinem Weibchen allerlei Geschenke, wie z.B. Federn, um das Nest auszupolstern oder Samen als Leckereien.
Gebrütet wird in einem napfförmigen Nest mit weicher Nestmulde, das in Hecken oder in dichtem Gebüsch angelegt wird.
Die Hauptbrutzeit erstreckt sich von April bis Juni. In dieser Zeit können zwei bis drei Bruten erfolgen. Bei in Städten lebenden Vögeln beginnt die Brut oft schon im März.
Das Gelege besteht normalerweise aus 5 bis 6 Eiern. Das Weibchen ist allein für die Bebrütung der Eier zuständig. Während dieser Zeit wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Brutzeit dauert 13 bis 14 Tage.
Wenn die Jungvögel auf der Welt sind, werden sie von beiden Elternvögeln gefüttert.
Grünfinken füttern ihre Jungen in den ersten Lebenstagen mit kleinen Insekten, wie z.B. Blattläusen. Danach stellen die Eltern die Nahrung schrittweise auf einen energiereichen, vorverdauten Brei aus weichen Samen und Knospen um.
Man kann Grünfinken auch oft an Futterstellen finden, wo sie sehr durchsetzungsfähig sein können. Die Grünfinken verhalten sich an Futterstellen oft recht streitsüchtig und vertreiben andere Kleinvögel. Sie nutzen ihren kräftigen Schnabel um Sonnenblumenkerne und andere Sämereien zu knacken.
Im Winter kann man Grünfinken in großen Trupps beobachten, die teilweise mit anderen Arten vergesellschaftet sind.
Als Kulturfolger hat der Grünfink mit der Zunahme menschlicher Besiedlung im 19. und 20. Jahrhundert eine kräftige Bestandsentwicklung erfahren. Trotzdem können die Bestände stark schwanken. So hat der Grünfink zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen Einbruch infolge einer TrichomonadenInfektion erlitten.
Trichomonaden verursachen bei Grünfinken eine tödliche Infektion, die sich vor allem über Futter- und Wasserstellen im Sommer ausbreitet. Die Erkrankung wird durch den einzelligen Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst, der die Schleimhaut des oberen Verdauungstraktes befällt.
Die Infektion erfolgt hauptsächlich über kontaminiertes Trinkwasser an Futterstellen, wo der Erreger bei sommerlich warmen Temperaturen bis zu 24 Stunden überleben kann. Direkter Kontakt zwischen Vögeln kann ebenfalls zur Ansteckung führen.
Andere Vogelarten sind meistens weniger empfindlich, während Grünfinken besonders stark betroffen sind.
Ein lethargisches Verhalten der Vögel, fehlender Fluchtreflex oder auch ein aufgeplustertes Gefieder deuten auf eine Infektion der Tiere hin.
Grünfinken haben in freier Wildbahn unter normalen Umständen eine Lebenserwartung von bis zu 5 Jahren. In Gefangenschaft erreichen Grünfinken unter optimalen Haltungsbedingungen ein Alter von 5 bis 10 Jahren
Galerie - Grünfink
-Steckbrief Grünfink:
| Name: |
Grünfink |
| Wissenschaftl. Name: |
Chloris chloris |
| Ordnung: |
Sperlingsvögel (Passeriformes) |
| Familie: |
Finken (Fringillidae) |
| Gattung: |
Grünfinken (Chloris)
|
| Art: |
Grünfink |
| Größe: |
14 bis 16 cm |
| Gewicht: |
32 g |
| Lebenserwartung: |
5 - 10 Jahre |
| Lebensraum: |
Waldränder, Parks, Friedhöfe, Alleen, Dörfer, Städte
|
| Nahrung: |
Sämereien, Knospen, Beeren |
| Zugverhalten: |
in Deutschland meistens Standvogel, sonst auch Zugvogel |
| Brutverhalten: |
2 - 3 Bruten pro Jahr mit 5 bis 6 Eiern |
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